FOKUS Wissenschaft

Einführung in das Konzept „Longevity“ (TEIL 1 | 09 | Juni 2026)

Im ersten Teil eines zweiteiligen Beitrags erläutert Dr. Stephan Barth, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn (DHBW Heilbronn), die wissenschaftlichen Grundlagen des Forschungsgebiets „Longevity“. Dabei wird nicht nur das Konzept der Hallmarks of HealthyAgeing beschrieben, sondern auch die Rolle der Mitochondrien, die darin eine wichtige Rolle spielen, sowie der Einfluss der Ernährung auf die Mitochondrienfunktion dargelegt.

Das Wort „Longevity“ wird im normalen Sprachgebrauch häufig mit „Langlebigkeit“ und einem möglichst langen Leben gleichgesetzt. Aus wissenschaftlicher Sicht wird allerdings zwischen Lifespan und Healthspan unterschieden. Dabei beschreibt die Lifespan, die Lebensspanne, die gesamte Lebensdauer von der Geburt bis zum Tod. Die Healthspan hingegen, die Gesundheitsspanne, bezeichnet die Phase des Lebens, in der ein Organismus funktionell stabil bleibt. Der eigentliche Fokus moderner Longevity-Forschung liegt daher auf der Gesundheitsspanne und möglichen Faktoren, um die Gesundheitsspanne möglichst auf die gesamte Lebenszeit auszudehnen.

Ein zentrales Thema in der Longevity-Forschung ist die Unterscheidung zwischen chronologischem und biologischem Alter. Während das chronologische Alter die verstrichene Zeit misst, spiegelt das biologische Alter den tatsächlichen funktionellen Zustand des Körpers wider. Dieses biologische Alter wird von vielen vernetzten Prozessen beeinflusst, die als Kennzeichen des Alterns beschrieben werden. Dazu zählen beispielsweise DNA-Schäden oder mitochondriale Dysfunktion. Diese Prozesse wirken nicht isoliert, sondern beeinflussen sich gegenseitig und können damit sowohl Alterung beschleunigen als auch Gesundheit stabilisieren.

Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Mitochondrien. Sie produzieren nicht nur Energie, sondern steuern auch zentrale Stoffwechsel- und Signalvorgänge im Körper. Mitochondrien nehmen Signale aus der Umgebung wahr und leiten daraus Maßnahmen für Reparatur, Immunabwehr, Zellteilung und Anpassung ab. Lässt ihre Leistung nach, verschlechtern sich Energieversorgung, Zellschutz, Regeneration und Proteinstabilität. Es können dann sogenannte seneszente Zellen entstehen. Diese Zellen teilen sich nicht mehr, schütten aber entzündungsfördernde Botenstoffe aus und belasten das umliegende Gewebe.

Ernährung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Makronährstoffe liefern die Brennstoffe für die Energiegewinnung, während Mikronährstoffe als Cofaktoren die mitochondrialen Stoffwechselwege ermöglichen und stabilisieren. Die einzelnen Funktionen der Mikronährstoffe in der mitochondrialen Energieerzeugung sind zusammenfassend in einer Tabelle am Ende des Beitrages dargestellt. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann die mitochondriale Funktion beeinträchtigen und sich zunächst unspezifisch durch verminderte Belastbarkeit, schlechtere Regeneration oder erhöhte Infektanfälligkeit äußern. Langfristig kann dies zur Entstehung chronischer Erkrankungen beitragen und damit die Gesundheitsspanne verkürzen.

Daneben spielen auch sekundäre Pflanzenstoffe, die keine direkte Energiequelle darstellen, aber als Signalgeber im Körper wirken, eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Mikronährstoffen bilden sie eine wichtige Grundlage für Zellenergie, Widerstandskraft und gesundes Altern.

Lesen Sie mehr dazu in der Langfassung der neunten Ausgabe von FOKUS Wissenschaft – sie steht hier zum Download bereit:

Wenn Sie Interesse an unserem Newsletter “FOKUS Wissenschaft” haben und diesen zukünftig abonnieren möchten, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an aknem@lebensmittelverband.de mit dem Betreff: Abo Newsletter FOKUS Wissenschaft.

Comment here