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Bioverfügbarkeit: Wie gut verwertet der Körper Vitamine und Mineralstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln?

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die in für Lebensmittel eher untypischer Form wie Kapseln, Tabletten oder Pulver daherkommen. Gibt es auch Unterschiede bei der Aufnahme der enthaltenen Nährstoffe im Vergleich zu anderen Lebensmitteln?

Wie gut bestimmte Stoffe, darunter auch Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, vom Körper aufgenommen werden können, wird mit dem Fachbegriff der Bioverfügbarkeit ausgedrückt. Vitamine und Mineralstoffen, aber auch sonstige Stoffe wie beispielsweise Aminosäuren, Lutein oder Curcumin in klassischen Nahrungsergänzungsmitteln, sind in anderen Lebensmitteln in die jeweiligen Zellstrukturen eingebunden. Sie sind Teil einer sogenannten Lebensmittelmatrix. Die Bioverfügbarkeit bezieht sich darauf, wie leicht die Stoffe im Körper aus der Matrix freigesetzt und in welchen Mengen sie aufgenommen bzw. resorbiert werden können und somit dem Körper zur Weiterverwendung zur Verfügung stehen.

Nahrungsergänzungsmittel liefern Vitamine, Mineralstoffe und andere Stoffe in konzentrierter Form zur Ergänzung der täglichen Ernährung. Die Stoffe sind dabei meist nicht in einer Matrix gebunden, sondern liegen in isolierter Form vor. Selbstverständlich werden dabei in Nahrungsergänzungsmitteln nur solche Stoffe verwendet, die nicht nur sicher sind, sondern auch vom Körper gut verwendet werden können. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und wird vorab von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft, bevor eine Vitamin- und Mineralstoffverbindung zur Verwendung als Nährstoffquelle europaweit zugelassen wird.

Oftmals bessere Aufnahme aus Nahrungsergänzungsmitteln

Wenn Mikronährstoffe in eine solche Matrix eingebunden sind, ist es für den Körper oftmals schwieriger, diese aufzunehmen und für sich zu nutzen. Beispielsweise ist Folsäure eines der Vitamine, für das eine ausreichende Bedarfsdeckung für viele mit großen Herausforderungen verbunden ist. Da dieses Vitamin in natürlichen Quellen meist in gebundener Form vorliegt, muss es der Körper erst umwandeln. Die Nährstoffaufnahme aus grünem Blattgemüse als Hauptlieferant fällt daher sehr gering aus. In Nahrungsergänzungsmitteln stehen die Vitamine und Mineralstoffe in dosierter und freier Form zur Verfügung, sie sind nicht in eine Matrix eingebettet. Daher kann der Körper sie in den meisten Fällen aus Nahrungsergänzungsmitteln wesentlich besser aufnehmen. So liegt Folsäure in Nahrungsergänzungsmitteln schon in freier Form vor und kann vom Körper direkt genutzt werden. Ein anderes Beispiel ist das fettlösliche Curcumin, das aus der Kurkumapflanze gewonnen wird und durch Kombination mit anderen Stoffen oder durch spezielle technologische Verfahren besser von Körper aufgenommen werden kann.

Unterschiede bei Vitaminen aus natürlicher oder synthetischer Quelle?

Synthetisch hergestellte Vitamine sind in der Regel in ihrer chemischen Struktur mit natürlich vorkommenden Vitaminen aus klassischen Lebensmitteln identisch. Daher kann unser Organismus zwischen den beiden Vitaminen auch nicht differenzieren. Für den Körper sind sie gleich und werden auch so von ihm verwendet. Nur selten unterscheiden sich die synthetische Verbindung von der natürlichen Form. Es gibt lediglich eine Ausnahme: Das Vitamin E. Hier unterscheiden sich nicht nur die Struktur, sondern auch die Wirkung der synthetischen von der natürlichen Form: Dies wird in der Dosierung des Produkts entsprechend beachtet.

Weitere Faktoren für eine gute Aufnahme

Es gibt zahlreiche Faktoren, die mitbestimmen, wie gut (oder schlecht) Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden. Unter anderem ist auch relevant, mit welchen anderen Lebensmitteln sie zusammen aufgenommen werden. So werden die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K besser absorbiert, wenn gleichzeitig eine fetthaltige Speise verzehrt wird. Zudem können sich die einzelnen Vitamine und Mineralstoffe gegenseitig positiv beeinflussen:

Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Aufnahme und Verwertung von Vitaminen mitunter durch Vitamin-Gegenspieler in Lebensmitteln beeinträchtigt ist, z.B. verschlechtern Alkohol oder Kaffee die Aufnahme von Vitamin B1.

Informationen auf der Verpackung beachten

Mögliche Einflüsse auf die Bioverfügbarkeit berücksichtigen die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln in den Verzehrsempfehlungen. Diese finden sich auf der Verpackung. Vebraucher:innen sollten sie daher vor der Verwendung eines Nahrungsergänzungsmittels aufmerksam durchlesen.

Artikelbild (oben): Kunstzeug – stock.adobe.com

Comments (2)

  1. […] Es ist aber bislang unklar, ob die dort entstehende Form vom Menschen aufgenommen werden kann (Bioverfügbarkeit). Zudem können die enthaltenen Mengen stark schwanken oder auch sehr gering ausfallen. Laut DGE […]

  2. […] aber kaum temperaturempfindlich. Bei pflanzlichen Lebensmitteln ist zu berücksichtigen, dass die Bioverfügbarkeit (Verwertbarkeit für den Körper) gering […]

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